| Eine theoretische Neuerung unter der Zeitlupe |
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Der
Zeitpunkt ist das Jahr 1972. Die Eröffnungsvariante ist die Sozin-Variante in
der sizilianischen Verteidigung. Im Jahre 1972 stand diese von mir favorisierte Variante nach den theoretischen 17.De2 wegen 17...e5 in der Krise. Und nun spielt R. Fischer mit Weiß gegen B.Spassky (Wettkampf, 1972, Reykjavik). Ich habe diese Partie - Bobby Fischer ist der beste Kenner der Sozin-Variante, Boris Spassky ist einer der besten Kenner der sizilianischen Verteidigung - mit großen Erwartungen nachgespielt. Zu meiner Enttäuschung hat Fischer anstatt 12.e5 den „neutrale" Zug 12.a3 gewählt. Die Absicht war nicht zu übersehen: eine theoretische Diskussion mit einem gut vorbereitetem Gegner zu vermeiden. Die Frage, ob die Variante mit 17.De2 für Weiß noch spielbar ist oder nicht, bleibt offen. Ich hatte also keine andere Wahl, ich musste die Stellung selber ansehen. Ich musste mich vor allem darauf konzentrieren, gegen den gefährlichen 17...e5 einen vernünftigen Weg zu finden. Schwer war es nicht. Der Zug 17...e5 schwächt die Diagonale a2-g8, erhöht den Druck auf das Feld f7. Was wäre es mit 17.Tf2 (anstatt 12.De2) gefolgt von Df1? Konkret, 12.Tf2 e5 13.Df1! Dg6 14.Te1! mit einer sehr gut koordinierten Stellung. Die Stellung nach 17.Tf2 scheint mir etwas angenehmer für Weiß zu sein als die Stellung nach 17.De2. Es war erstaunlich: der Zug 17.Tf2 war eine Neuerung, war nur 17.De2 bekannt. Ich hatte die Variante weiterhin untersucht und je länger ich mich damit beschäftigte, desto mehr gefiel mir die weiße Stellung. Eine angenehme Überraschung war für mich, dass schon die erste Partie, die in dieser Variante (gegen Shmirin, A) gespielt wurde, vollkommen nach meiner Analyse verlief und mit einem schnellen Sieg des Weißen endete, was mich zur weiteren Verwendung dieser Variante inspirierte. Die nächste Partie spielte ich gegen Shakarov, A, der schon damals mit Kasparov, G zusammen gearbeitet hat und durch seiner Kenntnisse in der Sizilianischen Verteidigung bekannt wurde. Die Partie war interessant gelaufen, besaß eine bestimmte theoretische Bedeutung und ging unentschieden aus.Nach einigen Monaten folgt eine Partie in der Ukraine - Meisterschaft gegen den starken sowjetischen Meister Kaplun,L. Die ging relativ schnell mit meinem Sieg zu Ende, dabei spielte die von mir angewendete Neuerung bestimmt eine wichtige Rolle. Erlicht gesagt war ich in dieser Begegnung kein Favorit. Das überraschende Ergebnis der Partie wurde von anderen Teilnehmern der Meisterschaft natürlich der Wirkung der Neuerung aufgeschrieben. Ich musste mich den Fragen zum 12.Zug stellen. Der IG Andrian Mikhalchishin war besondere interessiert, die Variante mit 12.e5 gehörte zu seinem Repertoire. Die nächste Partie gegen „starken" O.Chernikov bei der Klassifikation zur sowjetischen Meisterschaft, wurde für mich die beste, die ich in der 17.Tf2-Variante gespielt hatte. Mit den Ergebnissen der Anwendung könnte ich mehr als zufrieden sein: in vier Partien habe ich dreieinhalb Punkte gemacht, drei Siege, ein Unentschieden und das gegen ELO-mäßig stärkeren Gegnern.Heutzutage ist die Variante 17.Tf2 für Schwarz keine Überraschung mehr. Die Partie gegen IM Joachim S. aus einem Schnellschachturnier zeigt, dass Schwarz trotzdem immer noch mit Problemen zu konfrontieren hat.
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1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cd4 4.Sd4 Sf6 5.Sc3 d6 6.Lc4 e6 7.Le3 Le7 8.0-0 0-0 9.Lb3 a6 10.f4 Sd4 11.Ld4 b5 12.e5 de5 13.fe5 Sd7 14.Se4 Lb7 15.Sd6 Ld6 16.ed6 Dg5
