|
11 Runde: Gelfand,B - Radjabov,T 0:1 |
1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.Le2 0–0 6.Sf3 e5 7.0–0 Sbd7 8.Le3 Te8 9.d5 Sh5 10.g3 Weiß plant Se1 [10.Se1 Sf4] 10...Lf8
Die Iordachescu-Variante ist für Schwarz äußerst attraktiv. Schwarz plant Sg7 gefolgt von f5. Lf8 überdeckt Bd6, wird über das Feld e7 ins Spiel gebracht. 11.Se1 Sg7 12.Sd3 f5 13.f3 Le7 Idee Lg5! 14.Dd2 verhindert Lg5. Der Abtausch der schwarzfeldrigen Läufer ist ungünstig für Weiß 14...Sf6 15.c5 Weiß (e4S>d5, schwarzfeldrige Initiative) attackiert die Felder d4, c5, b6, c7 15...fxe4 16.fxe4 Lh3 17.cxd6 cxd6 18.Tfc1 Sg4 19.Lxg4 Damit entkommt der schwarzfeldrige Läufer des Weißen dem Abtausch. 19...Lxg4
Die kritische Stellung. Weiß (e4S>d5) soll nun versuchen, die Schwarzfeldrige Initiative am Damenflügel zu verstärken, d.h. die Steine Angreifen, die die schwarzen Felder kontrollieren. Die Zielsteine sind: Ba7, Bd6, Be5, Le7; Schwarz (e5S>f4) soll nun versuchen, die geschwächten weißen Felder (g4, f3, h3) zu besetzen und von dort aus die schwarzen Felder f2, h2 anzugreifen. Die Zielsteine sind Le3, Bh2, Bg3. Auf lange Sicht ist der Angriff des Schwarzen am Königsflügel viel gefährlicher als der des Weißen am Damenflügel. 20.Sb5?! Damit plant Weiß, mit dem Springer das Feld e6 zu besetzen, agiert also in der Tat nicht schwarzfeldrig, sondern weißfeldrig. Andere Möglichkeiten sind: 20.Tf1!? Dies soll Tf8 verhindern, bzw. Türme tauschen können. Damit bekommt Weiß das Spiel am Königsflügel oder erzwingt den erleichternden Abtausch von Schwerfiguren. 20...a6 (20...Lh3 21.Tf2 Dd7 22.Tc1) 21.Sa4] 20...Tf8 21.Tc3 [21.Tc7 a6 22.Txe7 Dxe7 23.Lg5; 21.Sf2 Ld7; 21.Tf1 Dd7 (21...Lf3 22.Sxe5!? dxe5 23.d6) 22.Txf8+ Txf8 23.Sxa7 h5 24.Sf2 h4; 21.Sxa7?! Sa7 wirkt nicht 21...Lf3 22.Sf2 h5 23.Sb5 h4! Bg3 ist angegriffen 24.Sc7 hxg3 25.hxg3 Lh4! Bg3 ist angegriffen! 26.gxh4 Dxh4 mit Angriff] 21...a6 22.Sc7 Tc8 23.Tac1 Weiß muss nun das Feld c7 kontrollieren, anstatt das Feld c7 angreifen 23...Dd7 24.Sf2 [24.b4 Lf3 25.Lh6 Dh3; 24.Lh6?! Ld8! 25.Lxg7 Kxg7 26.Se6+ Lxe6 27.dxe6 Dxe6 28.Txc8 Lb6+] 24...Ld8!?
[24...Lf3? 25.Lh6! mit Eroberung vom Feld e6 (Idee Lxg7 + Se6)] 25.Dc2? Das Feld c7 zu kontrollieren, wiederspricht dem Prinzip der weißfeldrigen Strategie [25.Sxg4!? Damit konnte Weiß die notwendige strategische Kontrolle über die weißen Felder verbessern, z.B. 25...Dxg4 (25...Txc7 26.Txc7 Lxc7 27.Sh6+ Kh8 28.De2 Idee Tf1) 26.Sb5 La5 (26...Txc3 27.Sxc3; 26...Tb8 27.Sxd6 La5 28.Dd1 Dxd1+ 29.Txd1 Lxc3 30.bxc3) 27.Sxd6 Lxc3 28.bxc3] 25...Tf3! Le3, Bg3 angegriffen. Schwarz stärkt damit die schwarzfeldrige Initiative. 26.Db3?! [Andere Möglichkeiten sind: 26.Sxg4 Dxg4 27.Te1 Sh5; 26.Se6 Txc3 27.Dxc3 Lxe6 28.dxe6 Sxe6; 26.Te1 Txf2 27.Dxf2 Txc7 28.Txc7 Lxc7] 26...Txc7 27.Txc7 Lxc7 28.Sxg4?! Schwarz erreicht den Abtausch des gegnerischen schwarzfeldrigen Läufers gegen seinen Springer, doch muss er eine beachtliche Schwächung seines Königsflügels dafür in Kauf nehmen. [28.Dxb7 Se8–+; 28.Txc7 Dxc7 29.Sxg4–+] 28...Dxg4
Jetzt ist die Stellung des Anziehenden positionell hoffnungslos. Seine weißfeldrigen Schwächen am Königsflügel sind tödlich; 29.Txc7 Se8? 29...Sh5! gewinnt sofort, z.B. 30.Db6 (30.Dxb7 Tf8) 30...Sxg3; 29...Dxe4?! 30.Tc8+ Se8 31.Txe8+ Kf7 32.Tc8 Dxe3+ 33.Dxe3 Txe3 34.Tc7+; Weiß kommt nun zurück ins Spiel 30.Te7 Dxe4 31.Txe8+ Kf7 32.Tc8 Txe3 33.Dxb7+ Kf6 34.Tf8+ Kg5 35.Dxh7?? [35.De7+ Kh6 36.Dxd6 Td3 (36...Te2 37.Tf2; 36...Te1+ 37.Tf1) 37.Dc5 Txd5 38.Dc1+ Kg7 39.Tf2 Schwarz hat hier wohl nicht mehr als Unentschieden] 35...Te1+ 36.Tf1 Dd4+ 37.Kg2 Te2+ 0–1
|