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Schachtraining

Der Erfolg eines Schachspieler hängt in großem Maße von seiner Fähigkeit ab, entsprechend den Erfordernissen der Stellung richtige strategische und taktische Entscheidungen zu treffen.

Zwei Arten des Schachtrainings

Man kann ein Schachtraining auf zweierlei Arten betreiben: durch das Studieren von mehr oder weniger geeigneten Schachbüchern oder durch das Entwickeln bzw. das Trainieren der, wie ich das nennen möchte, eigenen Denktechnik.

Erste Art:

Die erste Art ist weit verbreitet (Es existiert ja eine große Anzahl von Schachbüchern und CD-ROMs jeglicher Art) hat aber den Nachteil, dass man eigentlich nie so recht weiß, wo man - schachlich gesehen - steht.   

Zweite Art:

Die zweite Art ist nur bei Spitzenspielern üblich, sie besteht im Auffinden optimaler Lösungen bei beliebig vorgegebenen Stellungen. Da sie weit weniger verbreitet ist, möchte ich hier diese Art des Trainings vorstellen.    Die zweite Art, ich nenne sie Denktechniktraining, besteht nämlich in einer völlig selbstständigen (ohne äußere Hilfsmittel wie Bücher, Partiesammlungen bzw. Hilfe von Trainern) Erarbeitung von schachlich Materiellem, vor allem in der Analyse bzw. im Lösen von verschiedenen Problemstellungen.   

Vergleich beider Arten:

Im Vergleich beider Arten lässt sich Folgendes feststellen:

In gewisser Weise widersprechen sich beide Arten des Schachtrainings. Je öfter man nach der ersten Art trainiert, desto abhängiger wird man von fremden Hilfen (Büchern, CD-ROMs etc.).Außerdem schwächt die Beschäftigung mit diesen Hilfsmitteln auf lange Sicht gesehen, die eigene Denkfähigkeit bzw. Denktechnik.

 Denktechnik

Die Entwicklung der eigenen Denktechnik bzw. das Fällen richtiger eigener Entscheidungen bedarf einer richtigen Anleitung durch eine Denkmethode. Verfügt der betroffene Schachspieler über keinerlei Denkmethode, so ist sein Unterfangen von vornherein zum Scheitern verurteilt. Diese Denkmethode ist einem entweder schon in die Wiege gelegt (nehmen Sie als Beispiel alle Schachwunderkinder) oder sie muss durch ein geeignetes Training erworben werden.

Denktechniktraining

Und mit diesem Denktechniktraining befasst sich dieser Artikel. Damit stellt sich auch schon die Hautfrage: Lässt sich die eigene Denktechnik überhaupt eintrainieren und wenn ja, existiert überhaupt eine derartige Trainingsmethode?

Die erste Frage:   

Ich möchte die erste Frage mit einem klaren Ja beantworten. Die eigene Denktechnik lässt sich gut eintrainieren durch Alleintraining.Das Denktechniktraining bzw. das Trainieren der eigener Denktechnik findet immer statt, wenn der Spieler versucht bei jeder Schach-Stellung selbsttätig zu agieren d.h. Entscheidungen selber treffen möchte, z.B. beim Spielen, bei Partieanalyse, auch beim Studieren von Schachbüchern. Die Voraussetzung dafür ist, dass er dabei auch die eigene Denktechnik trainiert, stellt die Anwendung ein und dieselben Denkmethode dar.   

Die zweite Frage:

Die zweite Frage, ob überhaupt eine derartige Trainingsmethode existiert, beantworte ich auch mit einem Ja. Ich meine, dass die von mir ausgearbeitete so genannte B-Methode eine Denkmethode darstellt.

Die B-Methode

Die B-Methode besitzt eine klare Devise: „Felder vor Zug“. Die regelmäßige Anwendung dieser Methode soll dem Spieler ermöglichen, seine Denktechnik, d.h. die Fähigkeit zuverlässige Entscheidungen selbstständig zu treffen, einzutrainieren und damit eigene Spielstärke erheblich zu steigern. Das Trainieren der eigenen Denktechnik nach der B-Methode geschieht über zwei Etappen die sich beide über einen langen Zeitraum erstrecken.   

Die erste Etappe:   

Die erste Etappe besteht in einem Aufbau eigener Denktechnik, nach der jede vorgelegte Stellung nach bestimmten Regeln zu betrachten und zu behandeln ist. Diese Etappe ist die eigentlich schwierige Etappe, denn es gibt bei den meisten Schachspielern schon lange eingefahrene Denkgewohnheiten, die in den meisten Fällen nicht der zu trainierenden Denkmethode entsprechen (z.B. fangen die meisten Schachspieler bei einer vorgelegten Stellung sofort an gefühlsmäßig irgendwelche Varianten zu berechnen). Die erste Etappe besteht im Erlernen der Felderstrategie, diese stellt eine theoretische Basis für die B-Methode.   

Die zweite Etappe   

Die zweite Etappe besteht im eigentlich Training der eigenen Denktechnik, im Training nach der B-Methode. Das Training nach der B-Methode besteht dagegen in einer selbstständigen Arbeit des zu Trainierenden an extra zu diesem Zweck ausgewähltem Trainingsmaterial, welches nach der B-Methode bearbeitet werden soll. Anschließend soll er das Ergebnis seiner selbstständigen Analyse (nach der oben angegebenen Denkmethode) mit den angegebenen Lösungen vergleichen. Ziel ist es, diese Denkmethode tief im Unterbewusstsein des zu Trainierenden zu verankern, sodass er sie bei jeglicher schachlichen Betätigung verwendet.

Der Trainierte wird bei jeder Schachstellung aufgefordert, die Antworten auf diese Fragen zu finden und lernt somit, seine Denktechnik zur Anhebung seiner Spielstärke zu schulen.Die  Aufgaben sind durch die Anwendung der „B-Methode“ an dem besten zu lösen, vor allem deshalb, weil man dadurch an die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten direkt heran kommt. Man soll dann auch nur diese Lösungsmöglichkeiten überprüfen.

Es empfiehlt sich das Lösen der Taktikaufgaben. Das Lösen der Taktikaufgaben ausschließlich nach der B-Methode ist die beste Voraussetzung dazu, die B-Methode am schnellsten zu erlernen - vor allem deshalb, weil sich die Ergebnisse des richtigen Denkens in einer forcierten und dadurch überzeugenden Form präsentieren.

Fazit:
Das Denktechniktraining findet immer statt, wenn der Spieler versucht bei jeder Schachstellung selbsttätig zu agieren, z.B. beim Spielen, bei Partieanalyse, beim Lernen. Die Voraussetzung dafür ist, dass er dabei auch die eigene Denktechnik trainiert, stellt die Anwendung einer dieselben Denkmethode dar. Wer den Erfolg im Schach haben möchte, sollte seine eigene Denktechnik täglich trainieren.

Autor: Alexander Bangiev 

 
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